Bernd Lucke und das Hamburger Appell

Der Hamburger Appell wurde von Prof. Dr. Michael Funke, Universität Hamburg, Prof. Dr. Bernd Lucke, Universität Hamburg sowie Prof. Dr. Thomas Straubhaar, Universität Hamburg und HWWI kurz vor der Bundestagswahl 2005 initiiert. In dem Appell werden fiskalische Ausgabenprogramme als komplett untauglich eingestuft. Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage sei „eine bedeutende und komplex strukturierte ökonomische Größe, die sich einer nachhaltigen Steuerung weitestgehend entzieht.“ Deswegen müsse „eine verantwortungsbewusste Finanzpolitik streng stabilitätsorientiert sein.“ Der Hamburger Appell wurde von insgesamt 243 Wirtschaftswissenschaftlern unterzeichnet.




Nach Einschätzung von LobbyControl wurde der Hamburger Appell durch eine Anzeigenserie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), in welcher der Hamburger Appell auszugsweise zitiert wurde, in die breite Öffentlichkeit getragen. Dem Hamburger Appel vorausgegangen waren Äußerungen von führenden Vertretern der Bundesregierung, die Lohnerhöhungen zur Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage forderten. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ist eine im Jahr 2000 vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall gegründete sowie von Arbeitgeberverbänden getragene Denkfabrik. Die INSM verfolgt das Ziel, durch Öffentlichkeitsarbeit ihre ordnungspolitischen Botschaften bei Entscheidern und in der Bevölkerung zu verankern. In der Bevölkerung soll die Bereitschaft für wirtschaftsliberale Reformen erhöht werden, ein unternehmensfreundliches Klima erzeugt werden und Eigenverantwortung, Wettbewerb und unternehmerische Freiheit als positive Werte betont werden