Sonntagsfrage: Alternative für Deutschland weiter bei 3 %

Die neue eurokritische Partei "Alternative für Deutschland" tritt zur kommenden Bundestagswahl am 22. September mit Landeslisten an. Die Partei ist im Internet hoch präsent und erfreut sich grosse mediale Aufmerksamkeit, dennoch bleibt sie in den Umfragen der diversen Instituten bei drei Prozent Zuspruch bei den Wählern kleben. 

Die "Welt" ging dem möglichen Widerspruch nach und fand Interessantes zur Fragetechnik für die "Sonntagsfrage" zur Wahl. Das Emnid-Institut erwähnt beispielweise den Befragten am Telefon die Alternative für Deutschland nicht von vorneherein sondern erst nur wenn der Angerufene keine der vorgelesenen Parteien als wahlmöglichkeit benennt. 

Bei nicht repräsentative Umfrage sieht das Bild ganz anders aus. Neulich bei SAT. 1 wurde beim Televoting die bekannte Sonntagsfrage zur Bundestagswahl gestellt. Wer also welche Partei zu wählen beabsichtigt. Das Sat.1-Ergebnis war sehr gewöhnungsbedürftig: 42 Prozent der Abstimmenden votierten für die "Alternative für Deutschland", die damit Spitzenreiter unter den Parteien ist, die zur Bundestagswahl antreten. Alle andere etablierten Parteien wurden auf die Plätze verwiesen. Bahnt sich am 22. September eine grosse Überraschung?

Die größte Wahl-Überraschung und größte Niederlage der Umfrageinstitute passierte 2002 bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich. Alle Instituten sahen ein Duell Chirac Jospin für de zweite Runde vor. Bekanntlich wurde aber Jospin von Le Pen klar geschlagen und kam nur als Dritte nach der ersten Runde. Das Duell der zweiten Runde Chirac- Le Pen ging klar an Chirac (80-20). Wäre Jospin in der zweiten Runde präsent gewesen, hätte er gute Chancen gehabt, Chirac zu schlagen und Frankreich-Präsident zu werden.